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Angewandte Philosophie in der Literatur

Wunderliches Wort: die Zeit vertreiben!
Sie zu halten, wäre das Problem.
Denn, wen ängstigts nicht: wo ist ein Bleiben,
wo ein endlich Sein in alledem? -

Sieh, der Tag verlangsamt sich, entgegen
jenem Raum, der ihn nach Abend nimmt:
Aufstehn wurde Stehn, und Stehn wird Legen,
und das willig Liegende verschwimmt -

Berge ruhn, von Sternen überprächtigt; -
aber auch in ihnen flimmert Zeit.
Ach, in meinem wilden Herzen nächtigt
obdachlos die Unvergänglichkeit.

Rainer Maria Rilke

 

Ein schönes Beispiel der Poesie und doch eine rein philosophische Betrachtung der Zeit, der Endlichkeit und der Feststellung, dass es keinen Platz für die Unvergänglichkeit, das Sein gibt. Kein "endlich Sein", alles ist Werden…